rahn
unerwünschte Farbveränderung;
-> Hochfarbigkeit.
rassig
Kennzeichnung eleganten Sektes von guter Qualität, genügendem
Säuregehalt und frischer lebendiger Art.
rauh
Wirkung des Gerbstoffs auf die Mundschleimhaut.
Rebsorte
Entgegen den früheren deutschen Bestimmungen, die eine Rebsortenangabe
nur bei Qualitätsschaumwein (Sekt) und Qualitätsschaumwein b.A.
(Sekt b.A.) zuließen, darf sie nach der EG-BezeichnungsVO auch bei
Schaumwein erfolgen. Sie ist jedoch nur zulässig, wenn die Sorte
in Anbau und Verwendung unbeschränkt zugelassen und in einer (von
jedem Erzeugermitgliedstaat der Grundweine aufzustellenden) Liste steht.
Hinsichtlich Qualitätsschaumwein b.A. (Sekt b.A.) wird diese Liste
gemäß VO(EWG) Nr. 2333/92 erstellt.
Gemäß Art. 6 Abs. 2 ist die Veröffentlichung der Namen
aller Rebsorten und ihrer Synonyme, die in der EG zur Bezeichnung von
Schaumweinen verwendet werden dürfen, im Amtsblatt der Gemeinschaft
vorgesehen. Der Name der Rebsorte darf nicht zur Verwechslung mit dem
Namen eines bestimmten Anbaugebiets oder einer geographischen Einheit
führen, die für die Bezeichnung eines anderen in der EG hergestellten
oder eingeführten Weines verwendet wird.
Das Erzeugnis muß (mit Ausnahme der in der Füll- und der Versanddosage
enthaltenen Erzeugnisse) zu 100% aus der namengebenden Rebsorte stammen;
diese muß die Art des Sektes bestimmen. Die Erzeugermitgliedstaaten
können den Anteil von 100 auf 85% reduzieren; ferner können
sie die Angabe der Namen von zwei Rebsorten zulassen, wenn alle zur Erzeugung
des Sektes verwendeten Trauben (mit Ausnahme derer für die Füll-
und Versanddosage) aus diesen beiden Rebsorten stammen und ihre Mischung
die Art des Sektes bestimmt.
Von beiden Ermächtigungen hat die Bundesregierung Gebrauch gemacht.
Rebsortensekt wird in Deutschland vor allem aus Rieslingwein hergestellt,
aber auch aus Elbling, Silvaner, Trollinger und Spätburgunder.
reduktiv
das Gegenteil von oxydativ; ->
Oxydation.
Bei der Schaumweinherstellung wird in allen Phasen Wert auf Luftabschluß
gelegt.
reif
Kennzeichnung eines Sektes, der seinen Höhepunkt erreicht
hat und nun getrunken werden sollte; ->
Flaschenreifung.
Reinhefezusatz
das Zusetzen von ->
Reinzuchthefen zum Most oder Wein zur Gärung oder Umgärung
sowie zum Ingangsetzen der zweiten Gärung bei der Schaumweinbereitung;
-> Hefe; ->
Cuvée; ->
Gärung, zweite.
reintönig
-> sauber.
Reinzuchthefen,
Reinhefen
Hefestämme, die aus besonders guten Weinen sorgsam isoliert
und selektiert wurden, und die sich durch hohe Alkohol- und Glyzerinbildung
auszeichnen, aber nur geringe Mengen flüchtiger Säuren bilden.
Sie werden vor allem bei der Umgärung von Wein und bei der Schaumweinbereitung
verwendet. Man unterscheidet folgende Arten:
a) Kaltgärhefen = Hefen, die Moste noch bei Temperaturen von
4 bis 10° C zu vergären vermögen.
b) Hefen, depotbildende = Hefen, die ein körniges Depot bilden,
das sich leicht auf den Stopfen rütteln läßt; ->
Schaumweinbereitung.
c) Schaumweinhefen, Sekthefen = Hefen, die an höhere Alkoholgrade
und Kälte angepaßt sind, noch unter erheblichem Kohlensäuredruck
gären und ein körniges, leicht zu rüttelndes Sediment bilden;
-> Hefe.
Erst seit der Züchtung von Reinzuchthefen (1894 in Geisenheim, 1895
in Epernay) kann man von Sekt- oder Champagneherstellung auf heutigem
Niveau sprechen.
Reserve
nur als Ergänzung von Qualitätsschaumwein (Sekt) bzw.
Qualitätsschaumwein b.A. (Sekt b.A.) und gleichwertiger Begriffe
(wie Champagne) zugelassene Benennung.
Restzucker
durch die Gärung nicht verwandelter Traubenzucker, der sich
im fertigen Wein noch als solcher vorfindet. Schaumweine haben nach der
zweiten Gärung höchstens einen Restzucker bis zu 3 g. Bei
dem im fertigen Schaumwein enthaltenen Zucker kann es sich sowohl um Restzucker
wie um zugesetzten Zucker handeln; so die VO(EG) Nr. 1429/96.
Da der Restzucker aus nicht vergärbaren ->
Pentosen besteht, wird in diesem Lexikon Zucker und ->
Zuckergehalt verwendet; ->
naturherb.
Restzuckergehalt
Die deutschen Texte der EG-Vorschrift verwendeten diesen Terminus
für den Zuckergehalt in Schaumwein/Sekt. Der nach der zweiten Gärung
noch vorhandene Restzucker, der höchstens 3 g/l betragen kann, besteht
aber aus -> Pentosen,
die nicht zu Alkohol und CO2 vergären können, und ist nur für
-> naturherb,
-> brut nature
und -> extra
herb, ->
extra brut von Bedeutung. Bei allen anderen Abstimmungen handelt es
sich um zugesetzten Zucker. In diesem Lexikon wird daher von ->
Zuckergehalt gesprochen (wie neuerdings in den VO (EG) Nr. 1428 und
1429).
Rieslingsekt
mit den rassigen, eleganten Buketten und geschmacklichen Wirkungen
der Rieslingtraube ausgestatteter Qualitätsschaumwein.
Die ersten Riesling-Sektmarken sind kurz vor 1900 geschaffen worden.
Rohschaumwein,
Rohsekt
Schaumwein oder Sekt vom Beginn der zweiten Gärung bis zur
Enthefung und Abstimmung; in der Fachsprache auch als Brutsekt bezeichnet.
Nach Art. 10 der VO(EWG) Nr. 2333/92 ist Rohsekt bereits Schaumwein im
Sinn der Definition. Zum Transport von unausgestatteten Flaschen von Sekt
b.A. innerhalb des b.A.-Gebiets muß der deutsche Gesetzgeber die
VO (EWG) noch umsetzen.
Rohsekt
auf Latten
die Lagerung während des Zeitraums, in dem bei Flaschengärung
die zweite Gärung in der mit Wein, Hefe und Fülldosage gefüllten
Flasche bei etwa 20° C Temperatur stattfindet. Die Flaschen liegen
horizontal in Stößen übereinander, und jede Reihe ist
durch dünne Holzlatten nach oben und unten abgeteilt. Nach dem Ende
der Gärung läßt man den Rohsekt auf der inzwischen auf
die Unterseite der Flaschen abgesunkenen Hefe stehen, damit sie auch die
letzten Wirkstoffe herausziehen kann.
Da wegen der Autolyse der Hefe zu langes waagerechtes Lagern nicht von
Vorteil wäre, wird (über Rütteln oder Filter) die Enthefung
eingeleitet, bzw. bleiben die Flaschen nach dem ->
Rütteln in ->
spitzen Stößen mit winziger Hefe-Oberfläche stehen.
Roseéschaumwein, Roseésekt
wird in der Regel durch eine zweite Gärung von Roseéweinen
hergestellt; jedoch findet in der EG auch Herstellung aus einem Verschnitt
von roten und weißen Weinen statt.
Roseésekt schmeckt als Aperitif wie zum Dessert; er ist kühl
wie weißer zu trinken;
-> oeil
de perdrix; ->
Schaumweinabsatz.
Roter
Schaumwein, Rotsekt
eine Spezialität mit einem festen Kreis von Liebhabern, als
Aperitif wie zu jedem Dessert geeignet; er paßt aber auch zu dunklem
Fleisch; ->
Schaumweinabsatz.
rubinfarben
Kennzeichnung gesunder, kräftiger, roter Sekte, die fackelhell
im Glas stehen.
Rückenetikett
Die Anbringung ist freigestellt; jedoch müssen die gemäß
Art. 3 der EG-BezeichnungsVO vorgeschriebenen Angaben auf der Vorderseite
der Flasche zusammen im gleichen Sichtbereich angebracht sein. Ein R.
enthält bisweilen eine ganze Familiengeschichte. Auf dem Rückenetikett
darf auch die Herkunft der verwendeten Weine angegeben werden, soweit
sie nicht als b. A.- oder geographische Angaben auf der Vorderseite stehen
(z. B. Loire-Weine). Voraussetzung ist, daß die angegebenen Weine
für Qualität und Geschmack wesentlich bestimmend sind.
Rückgrat
Kennzeichnung eines harmonischen, körper- und säurereichen
Sektes von guter Haltbarkeit;
-> nervig.
Rührwerk
Gerät zur Durchmischung von großen Flüssigkeitsmengen;
bedeutsam für die Verteilung und Ausnutzung der Hefe bei der ->
Gärung; ->
Hefelager. Bei Vorrichtungen mit Rührwerk im Cuvéefaß
gelten kürzere Herstellungszeiten; ->
Qualitätsschaumwein.
Rütteln
bei Flaschengärung nach dem traditionellen Verfahren periodisches
Drehen mit stoßartiger Bewegung der Rohsektflaschen. Das Rütteln
dient der Vorbereitung des Sektes zum Enthefen
(Degorgieren) nach der traditionellen Methode. Hierbei wird die Hefe über
dem Stopfen der kopfstehenden Flasche gesammelt, so daß sie nach
dem Öffnen vom Kohlensäuredruck herausgeschleudert wird. Die
Flaschen stehen in den meist niedrigen Rüttelkellern auf Rüttelpulten
(franz. pupitres), an denen Rüttler oder Rüttelmeister (remueurs)
das Rütteln (remuage) besorgen. Die Rüttelpulte (seit 1864,
seit ±1800 Rütteldielen) sind pult- oder dachförmige
Brettergestelle mit Löchern, in die die Flaschen zunächst waagerecht
aufgesteckt werden. Die Rütteldielen waren
als Bretter mit runden Löchern zum Abtropfen gespülter Weinflaschen
seit alters in Gebrauch. Beim täglichen Rütteln und Drehen,
das über mehrere Wochen erfolgt, werden die Rohsektflaschen jeweils
etwas steiler gestellt, bis die Hefe, die sich an der Wand der liegenden
Flasche abgesetzt hatte, auf einem spiralförmigen Weg auf den Korken
der Flaschen gewandert ist. Diese stehen nun steil auf Kopf (sur pointe).
Dieser umständliche und aufwendige Prozeß ist erforderlich,
um ein Absetzen der Hefe in der Schulter der Flasche zu vermeiden; siehe
Maske. Nach dem Rütteln werden die hellgerüttelten
Flaschen, ohne ihre Steillage zu verändern, abgesteckt.
Der Rohsekt kann so fertiggerüttelt gelagert werden, bis er entheft
wird.
Ein guter Rüttler bewegt nach den am Flaschenboden markierten Rüttelzeichen
bis zu 40.000 Flaschen am Tag. Der Rüttelstrich erlaubt es, beim
Rütteln je nach dem Charakter der Hefe ein bestimmtes Vorgehen (Rüttelschema)
einzuhalten. Zunehmend wird die manuelle Tätigkeit durch Rüttelmaschinen
abgelöst, in denen die Hefe in gleicher Weise, aber durch mechanische
Bewegungen auf den Pfropfen gerüttelt wird.
Heute wird bereits mehr als die Hälfte des Flaschengärsektes
maschinell gerüttelt.
Rüttelpult
-> rütteln.
Rüttelverfahren
das traditionelle Verfahren der Sektherstellung (ohne
Transvasion; ->
Filterenthefung), bei der der Sekt vom Beginn der zweiten Gärung
bis zum Verbrauch auf der gleichen Flasche bleibt.
-> Die EG-BezeichnungsVO,
die seit 01.09.1986 in Kraft ist, schreibt vor, daß Sekt der die
Angabe ->
Flaschengärung nach dem traditionellen Verfahren (traditionelles
Verfahren) tragen darf, vom Zeitpunkt der Bereitung der Cuvée
an mindestens neun Monate ununterbrochen im gleichen Betrieb in der Flasche
auf seinem Trub gelegen haben und degorgiert, daher auch (von Hand oder
maschinell) gerüttelt werden muß;
-> Flaschengärung;
-> Hefelager;
->
Qualitätsschaumwein.
Rüttelzusätze,
Rüttelmittel, Rüttelhilfen
Präparate, die dazu beitragen, daß das ->
Hefedepot gleichmäßiger und körniger wird.
Die wesentlichen Bestandteile aller Zusätze sind Bentonit und ein
Tannin als Fällungsmittel.
rund
Kennzeichnung eines vollen, körperreichen und ausgeglichenen
Weines, der sich angenehm verkostet. Steigerung: vollendet, vollkommen.
Sekt solchen Charakters nennt man abgerundet, worin zugleich das Moment
der Reife liegt.
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