Lexikon » P

#Packungsgrößen

werden durch Handelsbrauch bestimmt; im Allgemeinen gelten in Deutschland 6/1, 12/2, 24/4; für den Export 12/1.

#pappig

kann ein Sekt nur wirken, wenn er zu süß dosiert ist.

#Paraffinieren

Kork in natürlicher Beschaffenheit gleitet nicht, vor allem, wenn seine Gewebe angeschnitten sind. Um das Verschließen und Öffnen zu erleichtern, wird der Mantel des Korkens mit geschmacksneutralem Paraffin beschichtet und schimmert seidig (Satinage). Das Wachs darf weder spröde noch zu weich sein. Heute wird größtenteils nicht mehr paraffiniert, sondern ein Stoff aufgebracht, dessen wesentlicher Bestandteil eine Lösung von Kieselsäureoxyd (»Silikon«) ist.

#parfümiert

kann ein Sekt aus Bukettrebsorten scheinen, wenn die Bukettstoffe aufdringlich, gar penetrant wirken.

Siehe auch: Bukettrebsorten

#Pascal

Internationale Einheit für Druck; 100.000 Pa 1,02 at = 1 bar

#Pérignon, Dom

Ein Benediktinermönch (1639 in Ste. Menehould geboren), der 1668 zum Prokurator der Abtei Hautvillers über der Marne bestimmt wurde und dieses Amt bis zu seinem Tod (1715) inne hatte. Dom Pérignon gelang es durch strenge Lese und Kelterungsvorschriften als erstem, farblosen Wein aus blauen Trauben zu gewinnen. Man erzählt von ihm, er habe eine so feine Zunge besessen, dass er nicht Weine, sondern Trauben mischte; denn nach ihrem Geschmack habe er voraussagen können, welche Eigenschaften der aus ihnen entstandene Wein in die Mischung einbringen werde. Tatsächlich gelten seine Anweisungen der Mischung von Trauben aus verschiedenen Böden; Dom Pérignon ist insoweit der Erfinder der Cuvée.

Zum schäumenden Wein, dessen Erfindung ihm auf Grund einer 1880 von dem Abbé Manceaux begangenen Fälschung zugeschrieben wurde, hatte er keine Beziehung. Schaumweine gab es vor Dom Pérignon sicher nicht nur in England, sondern auch in Gegenden Frankreichs, wie die Blanquette de Limoux. Für die Champagne war das Problem von ungleich größerer Bedeutung als für andere Landschaften Frankreichs, weil die auf ihren mageren Kreideböden gewachsenen Weine ihren traditionellen Absatzmarkt verloren, als die Krönungsstätte der Könige nicht mehr Reims, sondern Paris war. Die »Champagnisierung« ihrer Weine bedeutete deshalb für sie eine ähnlich glückliche Lösung wie die Destillation zu »Cognac« für die Weine der Charente.

#Perlen

Kohlensäurebläschen, die nach dem Einschenken von Schaumwein, Perlwein oder spritzigem Wein im Glas nach oben steigen. Die Dauer des Perlens und die Feinheit der »Sektperlen« geben Hinweise auf Frische und Qualität des Sektes und den Grad der Verbindung des Kohlendioxyds mit dem Wein.

Siehe auch: Gläser Mousseux Moussierpunkt

#perlen

(franz. vin perlant) Leichte Entwicklung von Kohlensäure, die in jungen Weinen und bei Weinen im Säureabbau in Form von perlenden Gasbläschen nach oben steigt und sich an der Glaswand festsetzt (spritziger Wein).

Siehe auch: Perlwein

#perlend

Vom Wein gesagt, bedeutet einen ganz leichten Kohlensäuregehalt, der »die Zunge beizt« und aus natürlicher Milchsäuregärung stammt (z. B. der Schweizer Fendant aus dem Wallis). Die Steigerung (franz. pétillant gegenüber perlant) hat keinen Ausdruck in der deutschen Sprache; denn das Wort »Perlwein« macht nicht klar, dass es sich um bis zu 2,5 bar Druck bei 20 °C handelt, der in Deutschland weitgehend durch Gärung, aber auch durch Imprägnierung (Zusatz von Kohlensäure) erzielt worden ist.

Siehe auch: Perlwein

#Perlwein

Nach Anhang Nr. 8 VO 1234/2007 Wein, der bei 20 °C einen Kohlensäuredruck von mindestens 1,0 und nicht über 2,5 bar aufweist und erkennbar perlt. Die Bezeichnung Perlwein muss angegeben werden. Perlwein wird in Deutschland meist durch Imprägnieren von Wein mit Kohlensäure oder durch Vergären des Mostes im Drucktank gewonnen. Er müsste korrekterweise als »halbschäumender Wein« bezeichnet werden, denn der Perlwein (franz. vin pétillant) ist kein »perlender« Wein (franz. vin perlant) wie ein junger Moselwein, sondern er steht mit seinem Kohlensäuredruck genau in der Mitte zwischen stillem Wein und Schaumwein. Der deutsche Gesetzgeber besteuert ihn nicht. Perlwein darf in der äußeren Aufmachung nicht mit Schaumwein verwechselbar sein, also nicht wie Schaumwein ausgestattet und nicht in Schaumweinflaschen in Verkehr gebracht werden. Eine Ausnahme ergibt sich aus Art. 69 Abs. 2 Buchstabe ii) VO 607/2009.

#Pfropfenknall

Hat zwar viele Dichter animiert, gilt aber nicht als feine Sitte.

 

#Pfropfentreiber

(franz. saute-bouchon) Bezeichnung der ersten nach der méthode rurale hergestellten Schaumweine.

Siehe auch: méthode rurale

#pH-Wert

von Schaumwein, in der Regel zwischen 3,0 und 3,2

#pikant

ein Kompliment, das meist auf Versektung nicht alltäglicher Rebsorten deutet

#Pikkolo
  1. markenrechtlich für eine rheinische Sektkellerei in Verbindung mit dem Firmennamen geschütztes Wortzeichen
  2. markenrechtlich für eine süddeutsche Sektkellerei geschütztes Bildzeichen für die Viertelflasche (0,2 l) Schaumwein oder Sekt. Eine Anwendung für die Viertelflasche anderer Sektkellereien ist also ebenso falsch wie die Verwendung der geschützten Wortzeichen Pony und Prinzesschen für Sekte anderer Firmen als die, für die sie geschützt sind.
#pilzförmiger Stopfen

Für Schaumwein vorgeschrieben, gemäß Art 69 Abs. 1 VO 607/2009 i.V.m. § 33a Abs. 2 WeinV.

#plump

Kennzeichnung eines schweren aber unharmonischen Schaumweins ohne feinere Art

#Prädikatssekt

Durch das Weingesetz 1971 eingeführte, nur für Deutschland zugelassene Bezeichnung eines Qualitätsschaumweins, der zu mindestens 60 % aus inländischen Trauben hergestellt war; auf Grund des Urteils des EuGH vom 19.02.1975 weggefallen.

#produit en cuve close

(franz.) War Kennzeichnung französischer Schaumweine, die im Großraumverfahren hergestellt waren. Die Deklarationspflicht ist in Frankreich fortgefallen und durch die EG-BezeichnungsVO ohnehin überholt.

#Produktionsschema

für die Schaumweinherstellung; erarbeitet jeder Hersteller. Von entscheidender Bedeutung ist, dass es bei jedem der drei Verfahren die lange Lagerzeit des Rohsekts erkennen lässt.

Siehe auch: Rohschaumwein, Rohsekt

#Prüfungsnummer, amtliche

A. P.-Nr.; eine von der zuständigen Landesbehörde nach Vornahme einer Prüfung erteilte Nummer für einen inländischen Qualitätsschaumwein b. A. und – fakultativ – für einen Rebsortensekt. Die Bedingungen sind festgelegt in § 21 und Anlage 9 der WeinVO.

Siehe auch: Amtliche Prüfungsnummer

#Punktschema für Schaumwein

ist in Anlage 9 Abschnitt II der WeinVO enthalten. Es reicht von 0 (»Ausschluss des Erzeugnisses«) bis 5 (»hervorragend«). Ebenfalls mit 0 bis 5,0 werden Geruch, Geschmack und Harmonie bei der sensorischen Prüfung bewertet.

Siehe auch: sensorische Prüfung, Sinnenprüfung

#Punsch

Meist als Heißgetränk bekannt. Es gibt aber auch vorzügliche Rezepte für kalte Punsche.

⇗Bowlen