Lexikon » D

#Deckplättchen

Der pilzförmige Schaumweinstopfen kann mit einem Metallplättchen bedeckt sein (Art. 69 Abs. 1 VO 607/2009).

Siehe auch: Metallplättchen

#degorgieren

(franz. dégorger) Bezeichnung für enthefen, Enthefung im Rüttelverfahren. Der Ausdruck lebt in den Degorgiermaschinen fort, die heute in größeren Betrieben, soweit sie nach dem Rüttelverfahren arbeiten, das Enthefen besorgen. Der anfallende Degorgierwein wurde – ebenso wie der beim Flaschenbruch ausfließende Rohsekt – als Stillwein weiterverwendet.

Siehe auch: enthefen Rüttelverfahren

#dekantieren

Das Umfüllen aus der Originalflasche in ein anderes Gefäß (z. B. eine Karaffe auf der Tafel), um das Getränk von seinem Depot zu trennen oder mit Luft in Berührung zu bringen. Zum Dekantieren von Sekt wird also kaum Gelegenheit sein. Bis um 1800, ehe man rütteln und degorgieren konnte, musste jedoch aller Schaumwein dekantiert werden, um ihn vom Trub zu trennen.

Siehe auch: Trub

#demi-sec

(franz.) Bezeichnung eines halbtrockenen Schaumweins. Der Zuckergehalt muss zwischen 32 und 50g je Liter liegen (Anhang XIV VO 607/2009).

#Densimeter

»Dichtemesser« spielt in der Sektgeschichte eine Rolle; denn die Erfindung des Apothekers François aus Châlons (réduction François), den Zuckergehalt von Wein zu bestimmen, wies 1836 den ersten Weg gegen la casse, den Flaschenbruch.

Siehe auch: Flaschenbruch

#Depot

(franz. dépôt) Ablagerungen, die Weine beim Gären, Reifen und Altern absetzen; z. B. das Hefedepot der zweiten Gärung bei Schaumwein und Sekt.

#Deutscher Sekt

Nach dem WeinG 1930 synonym mit Deutscher Schaumwein. Vorgeschriebene Bezeichnung.

Nach dem WeinG 1971 wahlweise mit »Sekt« für Erzeugnisse aus Deutschland reserviert; dies wurde durch Urteil des EuGH vom 19.02.1975 aufgehoben, sodass auch ausländischer Qualitätsschaumwein »Sekt« heißen darf. Seit 01.09.1986 ist »Deutscher Sekt« das Erzeugnis, dessen Trauben in Deutschland geerntet und zu Wein verarbeitet wurden. Die Angabe ist als Herkunftsbezeichnung vorgeschrieben. Möglich ist aber auch die Bezeichnung Sekt aus Deutschland.

Siehe auch: Herkunftsangaben

#Diabetiker-Schaumwein

Mit Inkrafttreten der Verordnung 1924/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben ist die Kennzeichnung »für Diabetiker geeignet« mit dem Zusatz »auf Befragen des Arztes« nicht mehr zulässig. Die Bestimmungen in § 18 Abs. 11 und § 48 WeinVO, die diese Kennzeichnungsmöglichkeit vorsahen, sind ersatzlos gestrichen. Hintergrund ist das nach der VO 1924/2006 geltende Verbot einer gesundheitsbezogenen Angabe bei Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent.

#D.O.C.

Denominazione di origine controllata. Traditioneller Begriff unter anderen für italienische Qualitätsweine und Qualitätsschaumweine.

#Dosage, Dosierung

Der Zusatz von in Wein gelöstem Zucker bei der Schaumweinbereitung; zunächst als Fülldosage zur Einleitung der zweiten Gärung; dann als Versanddosage zur Abstimmung des fertig vergorenen Schaumweins und Sektes. Der Zusatz der Fülldosage darf den Gesamtalkoholgehalt der Cuvée um höchstens 1,5 % vol. erhöhen. Der Zusatz der Versanddosage darf den vorhandenen Alkoholgehalt des Schaumweins um höchstens 0,5 % vol erhöhen (Anhang II, Buchstabe A Nr. 5, 6 VO 606/2009).

Siehe auch: Fülldosage Versanddosage

#Dosagelikör

wird dem vergorenen und entheften Sekt zur geschmacklichen Feinabstimmung zugeben. Der gesetzlich definierte Begriff lautet Versanddosage.

Siehe auch: Abstimmung Versanddosage Zuckergehalt

#doux

(franz.) entspricht deutsch mild; der Zuckergehalt liegt über 50 g/l (Anhang XIV Teil A VO 607/2009).

Siehe auch: Zuckergehalt

#Drahtbügel

Vorrichtung aus Draht oder Metallbügel zum Festhalten des Korkens auf der Sektflasche.

Siehe auch: Agraffe

#Drahtkorb

Meist vierseitiges Drahtgeflecht zum Festhalten des Stopfens auf Schaumweinflaschen.

#Drehverschluss

Meistverwendeter Verschluss der Viertelflasche.

#Drittländer

Bezeichnung der nicht zur EU gehörenden Staaten. Aus einem Drittland stammender Schaumwein (Drittlandschaumwein) ist als »Schaumwein« mit Angabe des Landes zu bezeichnen, wenn im Herstellungsland auch die verarbeiteten Weintrauben geerntet worden sind; andernfalls nur als »Schaumwein« jedoch mit aus dem Etikett ersichtlicher Angabe des Herstellungslandes. Die Herstellung von Schaumwein aus Drittlandwein ist in der EU verboten; Ausnahme: bestimmte Weine aus Rumänien; (Anhang XIV b VO 1234/2007).

#Druck

(Kohlensäure-Überdruck) muss bei Schaumwein mindestens 3 bar, bei Qualitätsschaumwein 3,5 bar aufweisen (Anhang XI b Nr. 4, 5 VO 1234/2007). Die kleinen Flaschen (0,2 l und 0,25 l Inhalt) werden im allgemeinen mit Kapsel- oder Reißverschluss versehen. Dadurch können beim Lagern Druckverluste entstehen. Dem hat der Gesetzgeber durch die Mindestgrenze von 3,0 bar Rechnung getragen.

»Schaumwein«, bei dessen Herstellung der vorgeschriebene Alkoholgehalt oder Kohlensäuredruck nicht erreicht worden ist, ist kein Schaumwein und als solcher nicht verkehrsfähig.

#Drucktank

Ein Großbehälter aus glasemailliertem oder kunststoffverkleidetem Stahl oder Edelstahl, der bis zu 10,4 bar Druck aushält.

#dry

(engl., »trocken«) (franz. sec) Bei Sekt bedeutet trocken einen Zuckergehalt von 17–32 g/l, einen weitaus höheren Süßegrad als bei Wein; doch wird wegen der Kohlensäure der Unterschied geschmacklich kaum spürbar.

Siehe auch: Abstimmung Dosage, Dosierung Zuckergehalt

#dünn

Kennzeichnung eines Schaumweins, der wenig Alkohol und Extrakt enthält.

#durchgären

Inganghalten der Gärung bis zur Umwandlung des gesamten vergärbaren Zuckers. Schaumwein und Sekt sind nach beendeter zweiter Gärung immer »durchgegoren« und gewinnen erst wieder Süße durch die Versanddosage.

Siehe auch: Abstimmung Zuckergehalt