Legales

Sekt und Gesetz

Grundlegendes
Für die Herstellung und Bezeichnung von Sekt gibt es Vorschriften, die in allen Ländern der Europäischen Union Anwendung finden.

Maßgebend sind die Verordnungen (EG) 1308/2013 des Rates sowie die Durchführungsbestimmungen (EG) Nr. 606/2009 und (EG) Nr. 607/2009 der Kommission.
Sie regeln die önologischen Verfahren, aber auch den Mindestalkoholgehalt sowie die sonstigen wesentlichen Voraussetzungen, die für die Qualität des Erzeugnisses maßgebend sind. Darüber hinaus wird die Bezeichnung und Aufmachung im Einzelnen vorgegeben. So muss auf dem Etikett deutlich die Produktbezeichnung und der Hersteller stehen. Wenn allerdings ein in der Gemeinschaft ansässiger Verkäufer mit dem Sitz der Firma angegeben wird, kann die Angabe des Herstellers chiffriert erfolgen. Obligatorisch vorgeschrieben ist auch die Angabe der Geschmacksrichtung. Dazu kommen das Nennvolumen und der Alkoholgehalt.

Die Sektflasche

Darüber hinaus wird festgelegt, wie die Sektflasche auszusehen hat. Die Verordnung regelt, dass Sekt nur in Glasflaschen abgefüllt, feilgehalten und in den Verkehr gebracht werden darf, die folgendermaßen verschlossen sind:

Mit einem pilzförmigen Stopfen aus Kork oder einem anderen für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassenen Stoff mit Haltevorrichtung, ggf. mit einem Metallblättchen bedeckt, wobei der Stopfen ganz und der Flaschenhals ganz oder teilweise mit Folie verkleidet sind. Mit einem sonstigen geeigneten Verschluss (Schraubverschluss), wenn es sich um Flaschen mit einem Nennvolumen bis zu 0,2 Litern handelt.

Verschiedene Formen und Farben von Sektflaschen

Flaschengrößen
Gleichfalls vorgeschrieben sind die Flaschengrößen. Sekt wird in Deutschland in folgenden Größen angeboten:

Inhalt

  • 1/4 Flasche 0,2 Liter » etwa 2 Gläser
  • 1/2 Flasche 0,375 Liter » etwa 4 Gläser
  • 1/1 Flasche 0,75 Liter » etwa 8 Gläser
  • 2/1 Flasche (Magnumflasche) 1,5 Liter » etwa 16 Gläser
  • 4/1 Flasche (Doppelmagnumflasche) 3,0 Liter » etwa 32 Gläser

Die Dosage

Entscheidend für den Süßegrad eines Sektes ist die Versanddosage, der die Aufgabe zufällt, den nach der zweiten Gärung sehr trockenen Sekt, entsprechenden Geschmacksvorstellungen anzugleichen.

  • naturherb (brut nature) unter 3 g Zucker / Liter
  • extra herb (extra brut) 0 – 6 g Zucker / Liter
  • herb (brut) weniger als 12 g Zucker / Liter
  • extra trocken (extra dry) 12 – 17 g Zucker / Liter
  • trocken (dry, sec) 17 – 32 g Zucker / Liter
  • halbtrocken (medium dry, demi sec) 32 – 50 g Zucker / Liter
  • mild (süß, doux) mehr als 50 g Zucker / Liter

Die Sektsteuer

Sekt ist nicht nur beim Verbraucher beliebt, auch der Fiskus schenkt ihm seit eh und je große Aufmerksamkeit. Eingeführt wurde die Sektsteuer 1902 zur Finanzierung der Kriegsflotte Kaiser Wilhelm II. Die Flotte gibt es längst nicht mehr. Die Sektsteuer aber ist erhalten geblieben.

Heute beträgt die Steuer 1,02 EUR pro 1/1 Flasche (0,75 l).