Kabinett
durch das Weingesetz von 1971 Weinen
vorbehaltenes Prädikat;
für Qualitätsschaumweine ->
Cabinet.
Kälte
bei der Schaumweinbereitung;
a) Walfard-Verfahren,
b) Bei der Großraumgärung wird vor dem Abfüllen
der gesamte Großbehälterinhalt auf 0° C gekühlt und
dadurch der Kohlensäureüberdruck von 5,5 - 6 bar auf 2,5 bar
herabgesetzt.
Kaloriengehalt
etwa 560 Kalorien je Normalflasche Sekt (0,750 l) = 2346 kj; ->
Joule-Kalorien.
Kalte
Ente
ein weinhaltiges Getränk, hergestellt durch Vermischen von
Wein, Perlwein oder Perlwein mit zugesetzter Kohlensäure mit Schaumwein
oder Schaumwein mit zugesetzter Kohlensäure unter Zusatz von Zitrone
oder deren Auszügen. Nach gesetzlicher Vorschrift muß der Anteil
des Schaumweins oder des Schaumweins mit zugesetzter Kohlensäure
im fertigen Getränk mindestens 25% betragen; für den Hausgebrauch
wird er erheblich höher liegen. Am besten läßt man hauchdünne
Zitronenschalen 15 Minuten im Wein ziehen und füllt dann mit sehr
kühlem Schaumwein auf.
Der Name kommt vom Kalten Ende (einer Mahlzeit); ->
Sektbowlen.
kalt
enthefen
->
Walfard-Verfahren.
Kaltgärung
Gärung mit Heferassen, die Most bzw. Wein (bei der Schaumweinbereitung)
noch bei 4 - 10° C zu vergären vermögen; ->
Gärvermögen; ->
Hefe; ->
Reinzuchthefen.
Kammer,
Luftkammer
1. Luftraum unter dem Stopfen von Weinflaschen.
2. Freier Raum von etwa 15 ccm unter dem Verschluß von Schaumweinflaschen,
damit die Kohlensäure sich bei Erwärmung ausdehnen kann, ohne
die Flasche zu sprengen.
Kandis,
Sektkandis
historische Bezeichnung für den zur ->
Versanddosage verwendeten Zucker.
Kantflasche
Bezeichnung für eine Flasche, aus der durch einen schadhaften
Stopfen Flüssigkeit ausgelaufen ist (franz. couleuse).
Kapsel
Hülle aus dehnbarem Metall, die zum Schutz des Korkens vor
Fäulnis, Insekten und Bakterien oder zur Zierde auf den Flaschenhals
aufgesetzt wird; auch Abreißkapsel, Aluminium-Abreißkapsel;
Kapsel über dem Kunststoffverschluß von Viertelflaschen für
Sekt. Kapseln, Aufsetzen einer Flaschenkapsel.
Karbonisieren
->
Imprägnierung;
-> Schaumwein mit zugesetzter Kohlensäure.
Kelchglas
-> Sektkelch.
Kellerbehandlung
siehe Ausbau
alle Arbeiten und Maßnahmen der Behandlung und des Ausbaus eines
Weines nach der Gärung, eines Schaumweins vom Beginn des Verschnitts
ab; -> Cuvée.
Kellerei
1. Gebäude, in dem sich die Arbeiten der Weinbereitung
abspielen;
2. Betrieb (Sektkellerei, Schaumweinkellerei), dessen Geschäftszweck
die Herstellung oder der Vertrieb von Schaumwein oder Sekt ist. Zulässig
ist die Herstellung in einem anderen Betrieb, sofern dies nach Anweisung
und für Rechnung der Kellerei erfolgt; siehe Sektkellerei; ->
Herstellung.
Kelterung,
fraktionierte
in verschiedene Abschnitte zerlegte Kelterung, um bei hellgekeltertem
Most von roten Trauben die Färbung zu überwachen und den Anteil
von Gerbstoff gering zu halten. Zucker, Säure, Eiweißstoffe
und Gerbstoff sind in den inneren und äußeren Schichten der
Weinbeere in verschiedenen Mengen verteilt.
Kennziffer
Dieser Terminus ist erst durch Artikel 5 Absatz 4 (2) der Verordnung
(EWG) Nr. 3309/85 eingeführt worden; siehe VO(EWG) Nr. 2333/92.
Die Betriebsnummer gilt als Kennziffer
Klärung
Abscheidung der unlöslichen Bestandteile in Most oder Wein;
bei Schaumwein auch ->
Enthefung.
klar
Kennzeichnung eines Sektes, in dem keine trübenden Bestandteile
mehr zu erkennen sind, der aber noch nicht glanzhell ist.
Bei Rohsekt mit Flaschenenthefung ist klar = hellgerüttelt; ->
Rütteln.
Klarett
Lothringer, ein hellgekelterter Wein aus blauen Burgunder und
blauen Gamaytrauben, der nach 1870 bevorzugter Grundwein für deutschen
Sekt war.
klassische
Flaschengärung
von der EG dem traditionellen Verfahren gleichgestellte
Bezeichnung; ->
Flaschengärung; ->
Qualitätsschaumwein.
klein
Kennzeichnung eines leichten Schaumweins von geringem Alkohol-
und Extraktgehalt
(mit wenig -> Körper).
Körbchenverschluß
(franz. muselet)
-> Drahtkorb;
-> Agraffe.
Körper
die Gesamtmenge der nicht flüchtigen natürlichen Stoffe
(sog. Extraktstoffe), von denen das Glyzerin, das die Kirchenfenster
an der Glaswand bildet, für einen körperreichen Wein besonders
wichtig ist. Ein vollmundiger Sekt besitzt einen guten Körper;
er ist -> körperreich.
körperarm
(mager)
Kennzeichnung kleiner Schaumweine, die wenig Alkohol und geringe Extraktstoffe
enthalten;
sie sind schwach und stumm
körperreich
ist ein Wein, der viel zuckerfreien Extrakt enthält auch
von Sekt, besonders aus der Rieslingtraube, gebräuchlich. Etwa gleichbedeutend
mit vollmundig.
Kohlensäure,
genauer Kohlendioxyd (CO2)
chemische Verbindung von Kohlenstoff und Sauerstoff, ein Gas, das sich
z. B. bei Gärprozessen bildet und im Schaumwein erhalten bleibt.
Wie fest es im Sekt gebunden ist, hängt wesentlich von der ->
Gärung ab. K. entsteht bei der Gärung von Most (erste Gärung)
und Wein (zweite Gärung) in erheblichen Mengen: Ein Hektoliter Most
setzt etwa 40 Hektoliter (das sind rund 8 Kilogramm) gärungseigenes
Kohlensäuregas frei.
Bei der Erzeugung von Schaumwein kann K. aus zweiter Gärung stammen,
wie heute die Regel in Deutschland und Frankreich ist; aber auch aus erster
Gärung (Asti-Methode, ländliches Verfahren); ->
méthode rurale. Das Kohlendioxyd von Qualitätsschaumwein
(Sekt) darf nur aus der alkoholischen Gärung der Cuvée stammen,
aus der der betreffende Schaumwein bereitet wird. Kohlensäure kann
- was deklarationspflichtig ist - künstlich zugesetzt sein; ->
Schaumwein mit zugesetzter Kohlensäure; siehe Imprägnierung.
Der Gehalt an K. grenzt den stillen Wein, dessen Kohlensäuredruck
1,0 bar nicht übersteigen darf, vom Perlwein (CO2-Gehalt 1,0 - 2,5
bar) und Schaumwein bzw. Sekt ab; ->
Kohlensäureüberdruck.
Kohlensäuregehalt,
Kohlensäuremenge
im fertigen Sekt 8 - 10 g/l (gesetzlich geregelt ist nur der ->
Kohlensäureüberdruck) .
Kohlensäureüberdruck
von Schaumwein, nach der EG-Verordnung 822/87 (Weinmarktordnung)
mindestens 3 bar Überdruck bei 20° C. Bei Qualitätsschaumwein
muß der Kohlensäureüberdruck in geschlossenen Behältnissen
bei 20° C mindestens 3,5 bar, bei einem Inhalt des Behältnisses
von weniger als 0,2 l mindestens 3 bar betragen. Der etwas niedrigere
Druck gilt also nur für die Viertelflaschen, die zu schnellem Verbrauch
bestimmt sind.
Der K. wird in bar (Überdruck über dem normalen Luftdruck von
einer Atmosphäre) gemessen.
Kontaktverfahren
seit 01.09.1982 in der EG zugelassen, zuverlässiges Verfahren
zur Weinstabilisierung. Auf etwa 0° C gekühlter Sekt wird scharf
filtriert (Entfernung kältelabiler Kolloide), dann mit 4 g/l reinem
Weinstein für mindestens 3 Stunden in innigen Kontakt gebracht und
endlich von den Weinsteinkristallen abgetrennt. Dank dem Kontakt mit den
Weinsteinkristallen gibt der Sekt seinen überschüssigen Weinstein
an die Kristalle ab und bleibt stabil, d.h. frei von Kristallausscheidungen
in der Flasche.
Kopf
-> Spiegel.
Korkbrand
ursprünglich eingebrannte, heute meist auf dem Stopfen eingedruckte
oder eingeprägte Firmenbezeichnung, auch in Form der Betriebsnummer.
Korken
Es wird bisweilen angenommen, daß Pilger, die Stücke
von Korkeichenrinde als Verschluß ihrer Feldflaschen benutzten,
französische Winzer auf den Gedanken brachten, Weinflaschen mit Kork
zu verschließen, und deshalb die ersten Nachrichten über moussierenden
Wein aus Südfrankreich (Blanquette de Limoux) stammen. Sicher ist
jedenfalls, daß die Schaumweinherstellung erst möglich wurde,
als der Flaschenverschluß mit Öl oder Hanf, der die Kohlensäure
entweichen läßt, durch einen Naturkorken ersetzt war. Dieser
ist allerdings nicht vor ->
Korkgeschmack sicher; deshalb sind seit 1960 die deutschen Sektkellereien
dazu übergegangen, auch Kunststoff-(Polyäthylen-)stopfen zu
verwenden; ->
Flaschenkorken. Plastikstopfen sind ebenso wie Stopfen aus Naturkork
geschmacklich neutral.
Korkgeschmack (Stopfengeschmack),
franz. goût de bouchon, unangenehmer Geruch und Geschmack eines
Weines oder Schaumweins nach einem Korken, der krank geworden ist. Diese
Erkrankung kann auch bei sorgfältiger Durchsicht während der
Füllung nicht erkannt werden.
Solche Flaschen werden als Korkschmecker bezeichnet; sie sind in Gaststätten
zurückzunehmen; im Haushalt wegzuschütten, da Korkgeschmack
unheilbar ist.
Korkleim
völlig geschmacklose synthetische Substanz für ->
Aglomérékorken.
Korkspiegel
-> Spiegel.
Kosttemperatur
->
Verkosttemperatur; ->
Temperatur.
kräftig
Kennzeichnung eines Sektes mit markantem Charakter, alkohol- und
extraktreich; Steigerung: markig, nervig, wuchtig.
Kranzbildung
im Glas
->
Schaumkrone.
Kriegszuschlag
auf Schaumwein
->
Schaumweinsteuer.
Kristallbildung
-> Weinstein.
Kronkorken
Einlage aus Preßkork oder Kunststoff mit einem Helm aus
verzinktem und lackiertem Blech zum Verschluß von Rohsektflaschen
während der zweiten Gärung (also an Stelle der ->
Füllkorken).
Kühler
->
Sektkühler.
Kühlung
1
Herabsetzung der Temperatur gärender Weine oder Rohschaumweine
(gezügelte Gärung).
Kühlung
2
->
temperiert; ->
frappiert; ->
eisgekühlt.
Kühlung
zur Weinsteinausscheidung
->
Kontaktverfahren.
Kullerpfirsich
ein ringsum vielmals mit der Gabel schräg eingestochener
vollreifer Pfirsich, der in einem bauchigen Glas mit stark gekühltem
Schaumwein übergossen wird und darauf zu tanzen
(kullern) beginnt.
Kunststoffstopfen
in Deutschland heute (Polyäthylenstopfen) in großem
Umfang verwendet. Sie sind geschmacksneutral, ebenso wie Stopfen aus Naturkorken
und werden entweder nur aus Kunststoff oder aus Kunststoff mit Einlagen
aus Korken oder Gummi hergestellt. Mit ihnen versehene Flaschen können
im Anbruch mit diesen Stopfen wieder verschlossen werden;
-> Flaschenkorken;
-> Korken.
kurz
Kennzeichnung eines Schaumweins, der nur einen kurz andauernden
Geschmackseindruck hinterläßt, also keinen Abgang
hat. Vom Bukett sagt man im gleichen Fall flüchtig,
was aber keine Abwertung bedeutet.
|