Dame-Jeanne
(engl. demi-john)
große Flasche unbestimmter Größe, im Bordelais + 2,5 l.
Deckplättchen
-> Metallplättchen.
degorgieren
(franz. dégorger, Subst. dégorgement)
Bezeichnung für ->
enthefen, Enthefung im ->
Rüttelverfahren. Der Ausdruck lebt in den Degorgiermaschinen
fort, die heute in größeren Betrieben, soweit sie nach dem
Rüttelverfahren arbeiten, das Enthefen besorgen. Der anfallende Degorgierwein
wurde - ebenso wie der beim Flaschenbruch ausfließende Rohsekt -
als Stillwein weiterverwendet.
Degorgiergeräte
-> Technik,
moderne.
Degustation
-> Verkosten
von Sekt.
dekantieren
das Umfüllen aus der Originalflasche in ein anderes Gefäß
(z.B. eine Karaffe auf der Tafel),
um das Getränk von seinem Depot zu trennen oder mit Luft in Berührung
zu bringen.
Zum Dekantieren von Sekt wird also kaum Gelegenheit sein. Bis um 1800,
ehe man rütteln und degorgieren konnte, mußte jedoch aller
Schaumwein dekantiert werden, um ihn vom Trub zu trennen.
Deklaration
->
Angaben.
Deklaration
von Gärverfahren schreibt das deutsche Weingesetz - ebenso wie die
EGBez.VO - nicht vor.
Es läßt aber bei Qualitätsschaumwein zu, das Gärverfahren
anzugeben (Art. 6 (5) der VO(EWG) Nr. 2333/92). Das wird in der Praxis
nur bei Flaschengärung geschehen und deckte bis 31.08.1986 beide
Verfahren ab: die Enthefung von Hand nach dem traditionellen Verfahren
und die Filtrationsenthefung.
Die Bestimmungen der ->
EG-BezeichnungsVO geben dem Hersteller weiterreichende Möglichkeiten
der Deklaration des Gärverfahrens, weil nun die beiden Verfahren
begrifflich geschieden sind;
-> Flaschengärung.
Die neuen Bestimmungen gelten seit 01.09.1992.
demi-sec
(franz.)
Bezeichnung eines ->
halbtrockenen Schaumweins; ->
Abstimmung; ->
Zuckergehalt.
Densimeter
Dichtemesser spielt in der Sektgeschichte eine Rolle; denn
die Erfindung des Apothekers François aus Châlons (réduction
François), den Zuckergehalt von Wein zu bestimmen, wies 1836 den
ersten Weg gegen la casse, den Flaschenbruch.
Depot
(franz. dépôt)
Ablagerungen, die Weine beim Gären, Reifen und Altern absetzen;
z. B. das Hefedepot der zweiten Gärung bei Schaumwein und Sekt.
deutsch
Nach der EG-BezeichnungsVO, Artikel 6 (9) darf die Bezeichnung eines
Mitgliedstaats oder eines Drittlandes durch die Verwendung des Namens
dieses Staates oder seines abgeleiteten Adjektivs in Verbindung mit der
in Artikel 5 Absatz 2 genannten Verkehrsbezeichnung nur erfolgen, wenn
dieses Erzeugnis ausschließlich von Trauben stammt, die in dem Hoheitsgebiet
des Mitgliedstaats oder Drittlandes geerntet und zu Wein verarbeitet wurden,
in dem die Herstellung des Erzeugnisses stattfindet; ->
Deutscher Sekt.
Deutscher Sekt
nach dem Wein G 1930 synonym mit Deutscher Schaumwein vorgeschriebene
Bezeichnung.
Nach dem WeinG 1971 wahlweise mit Sekt für Erzeugnisse
aus Deutschland reserviert;
dies wurde durch Urteil des EuGH vom 19.02.1975 aufgehoben, so daß
auch ausländischer QuaIitätsschaumwein Sekt heißen
darf. Seit 01.09.1986 ist Deutscher Sekt Benennung des ausschließlich
aus deutschen Grundweinen hergestellten;
-> deutsch.
Die Angabe ist nicht vorgeschrieben.
Devrient
Ludwig (1784-1832)
->
Sekt, Wortgeschichte.
Diabetiker-Schaumwein
Diabetiker-Sekt darf als für Diabetiker geeignet mit
dem Zusatz auf Befragen des Arztes gekennzeichnet werden,
wenn er den Vorschriften des §48 der Wein- VO vom 9. Mai 1995, geändert
durch die VO zur Änderung der WeinVO vom 16 Juli 1996 genügt.
In 1 Liter höchstens 4 g Glukose und keine Saccharose, höchstens
40 g Fructose,
höchstens 185 mg gesamte schweflige Säure und höchstens
12% vol vorhandener Alkoholgehalt.
Diätschaumwein
-> Diabetiker Schaumwein.
D.O.C.
italienische Ursprungsbezeichnung für Qualitatsweine und -schaumweine.
Dom
Pérignon
-> Pérignon,
Dom.
Doppelmagnum
die Vierfach-Flasche (3 l); ->
Magnum; ->
Flaschengrößen; ->
Sektflasche.
Dosage,
Dosierung
der Zusatz von in Wein gelöstem Zucker bei der Schaumweinbereitung;
zunächst als ->
Fülldosage zur Einleitung der zweiten Gärung; dann als ->
Versanddosage zur ->
Abstimmung des fertig vergorenen Schaumweins und Sektes. Die Füll-
und Versanddosage dürfen den Gesamtalkoholgehalt des Sektes um höchstens
anderthalb bzw. einen halben Grad erhöhen.
Dosagelikör
-> Abstimmung;
-> Versanddosage;
-> Zuckergehalt.
dosieren
-> Dosage.
Dosiergeräte
-> Technik,
moderne.
doux
(franz.)
entspricht deutsch mild; siehe Abstimmung; Zuckergehalt über 50 g/l.
Drahtbügel,
Agraffe
Vorrichtung aus Draht oder Metallbügel zum Festhalten des Korkens
auf der Sektflasche.
Drahtkorb
meist vierseitiges Drahtgeflecht zum Festhalten des Stopfens auf Schaumweinflaschen;
-> Helm.
Drahtschlaufe
der Zugang zur Öffnung der Schaumweinflasche. Herausbiegen und durch
Hin- und Herbewegen abbrechen oder aufdrehen. Sollte die Schlaufe abbrechen,
den Draht mit einer Kneifzange durchschneiden oder mit einem Taschenmesser
seitlich so aufbiegen, daß er den Bügel über dem Stopfen
freigibt; -> Öffnen
von Sektflaschen.
Drehverschluß
meistverwendeter Verschluß der ->
Viertelflasche.
Drittländer
Bezeichnung der nicht zur EG gehörenden Staaten. Aus einem Drittland
stammender Schaumwein (Drittlandschaumwein) ist als Schaumwein
mit Angabe des Landes zu bezeichnen, wenn im Herstellungsland auch die
verarbeiteten Weintrauben geerntet worden sind; andernfalls nur als Schaumwein
jedoch mit aus dem Etikett ersichtlicher Angabe des Herstellungslandes.
Die Herstellung von Schaumwein aus Drittlandwein ist in der EG verboten;
(Ausnahme Rumänien; VO(EWG)1907/85). ->
Angaben, vorgeschriebene; siehe Schaumwein aus Drittländern.
Druck
(Kohlensäure-Überdruck)
bei Schaumwein. Durch EG-Verordnung ist der Mindestdruck bei Flaschen
bis weniger als 250 ml auf 3,0 bar, bei allen größeren auf
3,0 bar (Schaumwein) bzw. 3,5 bar (Qualitätsschaumwein, Sekt bzw.
-b. A.) bei 20° Celsius festgelegt. Die kleinen Flaschen (0,200 und
0,250 L Inhalt) werden im allgemeinen mit Kapsel- oder Abreißverschluß
versehen. Dadurch können beim Lagern Druckverluste entstehen. Dem
hat der Gesetzgeber durch die Mindestgrenze von 3,0 bar Rechnung getragen.
Schaumwein, bei dessen Herstellung der vorgeschriebene Alkoholgehalt
oder Kohlensäuredruck nicht erreicht worden ist, ist kein Schaumwein
und als solcher nicht verkehrsfähig. Ist er hingegen durch langes
Lagern unter die Druckgrenze von 3,0 (Kleinflaschen) bzw. 3,5 bar abgesunken,
so ist er zwar nicht mehr verkehrsfähig, aber im Genuß noch
nicht beeinträchtigt und unterliegt weiterhin der ->
Schaumweinsteuer; ->
Kohlensäureüberdruck.
Drucktank
bisweilen für einen Großbehälter aus glasemailliertem
oder kunststoffverkleidetem Stahl oder Edelstahl, der bis zu 10,4 bar
Druck aushält, zur Vergärung der Cuvée zu Sekt verwendet.
Wegen der Assoziationen, die das Wort Tank auslöst (Benzintank
usw.), verwendet die Sektwirtschaft meist ->
Gärbehalter, Großraumgärbehälter.
Druck
und Temperatur
Gegenüber der Meßtemperatur von 20° C beträgt bei
normaler Kühlschranktemperatur der Kohlensäureüberdruck
nur noch knapp die Hälfte; das sind in der Praxis rund 2 - 2,5 bar.
dry
(engl. ) = franz. sec = deutsch trocken
Bei Sekt bedeutet trocken mit einem Zuckergehalt von 17 -
35 g/l einen weitaus höheren Süßegrad als bei Wein; doch
wird wegen der Kohlensäure der Unterschied geschmacklich kaum spürbar;
-> Dosage; ->
Abstimmung; ->
Zuckergehalt.
dünn
Kennzeichnung eines Schaumweins, der wenig Alkohol und Extrakt enthält.
durchgären
Inganghalten der Gärung bis zur Umwandlung des gesamten vergärbaren
Zuckers. Schaumwein und Sekt sind nach beendeter zweiter Gärung immer
durchgegoren und gewinnen erst wieder Süße durch
die -> Versanddosage;
-> Abstimmung;
-> Zuckergehalt.
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